Flotten-CRM – Legacy-Ablösung
Ausgangslage
Die Großkunden- und Flotten-Steuerung lief über ein historisch gewachsenes Altsystem. Ein einziges Provisionsprofil bestand dort aus 2.014 verschachtelten Knoten – eine Rechenlogik, die niemand mehr vollständig überblickte.
Lösung
Das Prämienmodell per Reverse Engineering rekonstruiert, gegen reale Abrechnungen geeicht und neu gebaut – inklusive KI-gestützter Sprachnotiz-Transkription für Kontaktberichte und automatischen Wiedervorlagen nach Besuchsfrequenz.
Ergebnis
- 21 dokumentierte Formelfehler des Altsystems gefunden – darunter Fehler mit direkter Prämienwirkung
- Aus Bauchgefühl-Vertrieb werden belastbare Verkäuferzahlen
- Kontaktbericht per Sprachnotiz statt Tipparbeit im Feld
Warum das typisch ist
Prämien- und Provisionsmodelle wachsen über Jahre mit: eine Regel je Kampagne, eine Ausnahme je Großkunde, ein Sonderfall je Marke. Irgendwann rechnet das System Beträge aus, die niemand mehr herleiten kann – und weil am Monatsende Geld daran hängt, traut sich auch niemand, daran zu rühren. Ein einziges Provisionsprofil bestand hier aus 2.014 verschachtelten Knoten, ohne Versionshistorie.
Die Strecke
- 01
Rückwärts lesen
Das Provisionsmodell wurde aus dem Bestand rekonstruiert, nicht aus einer Dokumentation – die gab es nicht.
- 02
Gegen echte Abrechnungen eichen
Der Nachbau rechnet reale Abrechnungen nach. Erst wenn beide Systeme zum selben Betrag kommen, stimmt die Regel.
- 03
Abweichungen prüfen, nicht wegbügeln
Wo die Beträge auseinanderliefen, lag der Fehler nicht immer im Nachbau. 21 Formelfehler des Bestands wurden so sichtbar, fünf davon mit direkter Prämienwirkung.
- 04
Den Ballast messen
670 formelkodierte Spalten, zyklenfrei analysiert. Nur 214 davon waren an der Oberfläche überhaupt im Einsatz, 334 dienten als Zwischenschritt, 122 waren tot.
- 05
Auf das Nötige eindampfen
Aus 38 Tabellen werden 12. Was niemand aufruft, wird nicht mitgenommen – der Neubau erbt die Logik, nicht den Wildwuchs.
- 06
Den Außendienst entlasten
Kontaktberichte entstehen aus einer Sprachnotiz statt aus Tipparbeit im Auto, Wiedervorlagen richten sich nach der Besuchsfrequenz.
Gefragt wird meistens das
- Wie ersetzt man ein System, das niemand mehr versteht?
- Indem man es nicht liest, sondern nachrechnet. Eine Dokumentation gab es nicht, also wurde das Modell aus dem Bestand rekonstruiert und gegen echte Abrechnungen geeicht. Jede Abweichung ist ein Fund – entweder im Nachbau oder im Original.
- Woher wissen wir, dass der Nachbau richtig rechnet?
- Weil er dieselben Beträge liefert wie das alte System – und dort, wo er es nicht tut, die Ursache benannt ist. Genau so sind die 21 Formelfehler aufgefallen. Ein Nachbau, der auf Anhieb überall übereinstimmt, wurde nicht genau genug geprüft.
- Müssen wir wirklich alles übernehmen?
- Nein, und das ist der größte Hebel. Von 670 berechneten Spalten waren 214 tatsächlich in Benutzung. Wer alles mitnimmt, baut den Wildwuchs neu – nur in einer anderen Technik.
- Was passiert mit den Zahlen aus der Vergangenheit?
- Die bleiben, wie sie waren. Korrigiert wird ab dem Umstieg, nicht rückwirkend – rückwirkende Prämienkorrekturen sind eine Entscheidung der Geschäftsführung, keine der Software.
Ähnliches Problem in Ihrem Haus?
Fixpreis statt Stunden. Lauffähig in Tagen, nicht in Quartalen.