Autohaus · Prozesse
Erst der Ablauf, dann die Software.
Bevor ich baue, messe ich den Ablauf. Sonst zahlen Sie für die Automatisierung eines Umwegs – so ist werkstattpotential.de entstanden, mit 18 Standorten als Testfeld.
Software auf einen kaputten Ablauf macht ihn schneller kaputt
Der häufigste Fehler in Digitalprojekten: Das Projekt bildet den bestehenden Ablauf ab. Geprüft hat ihn vorher niemand. Danach läuft der Umweg automatisch, und niemand traut sich mehr, ihn infrage zu stellen – er steht ja jetzt im System.
Vor jeder Zeile Code steht deshalb der Ablauf. Ich frage nach, schlage vor, stelle Annahmen infrage – und wenn der Weg von der Direktannahme bis zur Rechnung in Wahrheit zwei Schleifen dreht, sage ich das, bevor es jemand in Software gießt. Erst danach baue ich.
Was im Autohaus regelmäßig liegen bleibt
Diese vier Stellen sehe ich in jedem zweiten Betrieb wieder:
- Leasingrücklauf – Rückläufermails werden von Hand sortiert, jeder Standort anders. Heute laufen sie achtmal täglich automatisch in einen Vorgangsstrang, mit öffentlicher Terminbuchung.
- Werkstattauslastung – im Kalender steht, welches Fahrzeug morgen kommt: Alter, Laufleistung, Leasingstatus. Der Verkauf sieht es nicht. Daraus ist werkstattpotential.de entstanden, entwickelt mit 18 Standorten als Testfeld.
- Standtage – jeder Standort führt eine eigene Liste, die Gruppe rechnet am Monatsende zusammen. Durchlaufzeiten werden erst messbar, wenn alle auf denselben Zahlen arbeiten.
- Ankauf und Hereinnahme – Dokumente aus fünf Kanälen, jede Quelle mit eigener Datenqualität. Am Monatsende rechnen Einkauf und Controlling mit unterschiedlichen Zahlen und diskutieren darüber, wessen Liste gilt.
Messbar heißt: jemand sieht es morgens
Ein Prozess ist nicht optimiert, weil ein Workshop stattgefunden hat. Er ist optimiert, wenn morgens jemand sieht, wo es hakt, und etwas tun kann. Im Operations-System waren Durchlaufzeiten erstmals messbar – die Geschäftsführung entscheidet seitdem auf Kennzahlen statt auf Zuruf.
Dafür braucht es kein großes Projekt. Es braucht die Standtage um acht Uhr auf einem Bildschirm, für alle Standorte gleich gerechnet.
Häufige Fragen
- Machen Sie auch reine Beratung?
- Ja, als Sparring für Geschäftsführer: 60 Minuten Ihr Problem, keine Denkverbote. Am liebsten baue ich es danach auch.
- Wie läuft so eine Aufnahme ab?
- Ich sehe mir den Ablauf dort an, wo er stattfindet – an der Direktannahme, in der Disposition, in der Buchhaltung. Einen Tag, vor Ort. Danach wissen Sie, was sich lohnt und was nicht.
- Unsere Standorte arbeiten alle unterschiedlich. Ist das ein Problem?
- Das ist der Normalfall. Betriebsnummern und Standortzuschnitt bilden die gewachsene Organisation ab, nicht die Rechtsform. Ein System muss das aushalten. Wer einen Standard erzwingt, bekommt am zweiten Standort eine Schattentabelle in Excel.
- Was, wenn sich herausstellt, dass sich nichts lohnt?
- Dann sage ich Ihnen das. Im ersten Gespräch, bevor Kosten entstehen. Ein Projekt, das sich nicht rechnet, schadet uns beiden.